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Versicherungssumme der Risikolebensversicherung berechnen

Eine runde Summe wirkt einfach, kann aber zu hoch oder zu niedrig sein. Eine Bedarfsliste zeigt, welches Geld Hinterbliebene wirklich benötigen würden.

KI-generiertes Symbolbild: Zwei Erwachsene und ein Kind betrachten gemeinsam leere Papierbögen an einem Holztisch in einem hellen Wohnraum.
KI-generiertes Symbolbild

Beschreiben Sie den wirtschaftlichen Ausfall

Die Verbraucherzentrale beschreibt die Absicherung finanzieller Hinterbliebenenbedürfnisse als Zweck der Risikolebensversicherung. Fragen Sie zuerst, wer finanziell betroffen wäre, wenn die versicherte Person stirbt. Das können Partner, Kinder, andere Angehörige oder ein Mitdarlehensnehmer sein. Notieren Sie, welche Zahlungen wegfallen und welche Ausgaben weiterlaufen.

Bei Familien gehören Wohnen, Lebenshaltung, Kinderbetreuung, Ausbildung und eine Übergangsreserve in die Rechnung. Berücksichtigen Sie auch unbezahlte Sorgearbeit. Wenn eine Person weniger Erwerbseinkommen hat, aber viel Betreuung übernimmt, kann ihr Ausfall trotzdem hohe zusätzliche Kosten verursachen.

Stellen Sie sichere Hinterbliebenenleistungen und vorhandenes Vermögen gegenüber. Rechnen Sie Vermögen nur an, wenn es tatsächlich verfügbar und für diesen Zweck gedacht ist.

Trennen Sie Familie und Darlehen

Eine Immobilienfinanzierung kann eine eigene Absicherung erfordern. Notieren Sie Restschuld, Tilgungsverlauf und den Betrag, den der verbleibende Haushalt weiter tragen könnte. Eine fallende Versicherungssumme kann sich am sinkenden Darlehen orientieren. Sie deckt aber nicht automatisch die laufenden Lebenshaltungskosten der Familie.

Über die Anfrage zur Risikolebensversicherung können Sie Familie, Finanzierung, bestehenden Schutz oder erste Orientierung auswählen. Das Formular fragt Postleitzahl und Kontaktdaten ab. Einkommens-, Kredit- und Gesundheitsunterlagen halten Sie für das anschließende Gespräch bereit.

Prüfen Sie, ob Bank, Darlehensnehmer und begünstigte Person unterschiedliche Interessen haben. Eine Abtretung oder Verpfändung kann die Auszahlung beeinflussen und sollte rechtlich verstanden werden.

Rechnen Sie in Zeitabschnitten

Der Bedarf sinkt oft nicht gleichmäßig. Solange Kinder klein sind, können Betreuung und Einkommensersatz besonders wichtig sein. Später sinken einzelne Ausgaben, während eine Restschuld weiterläuft. Teilen Sie die Laufzeit in Phasen und schätzen Sie den Bedarf je Phase.

Eine gleichbleibende Summe bleibt nominal über die vereinbarte Laufzeit unverändert. Ob sie eine ausreichende Reserve enthält, ergibt sich erst aus Ihrer Bedarfsrechnung. Eine fallende Summe kann günstiger sein und zu einem Darlehen passen. Manche Tarife bieten linear oder an einen angenommenen Kreditverlauf angelehnte Reduktionen. Vergleichen Sie den Verlauf mit Ihrer tatsächlichen Finanzierung.

Planen Sie Steuern und Bezugsrecht getrennt

Die Auszahlung einer Risikolebensversicherung ist nicht pauschal in jeder Konstellation steuerlich gleich zu behandeln. Rollen von Versicherungsnehmer, versicherter Person, Beitragszahler und Bezugsberechtigtem können relevant sein. Bei unverheirateten Paaren oder größeren Vermögen gehört qualifizierter Steuer- und Rechtsrat zur Gestaltung.

§ 159 VVG unterscheidet widerrufliches und unwiderrufliches Bezugsrecht. Benennen Sie die begünstigte Person eindeutig und prüfen Sie die Folgen. Eine unklare Sammelbezeichnung kann später Streit erzeugen.

Bauen Sie Anpassungsmöglichkeiten ein

Familienstand, Einkommen und Darlehen verändern sich. Prüfen Sie Nachversicherungsrechte, Dynamik und Umtauschoptionen. Achten Sie auf Anlässe, Fristen, Altersgrenzen und Höchstsummen. Eine Erhöhung ohne neue Gesundheitsprüfung kann trotzdem an finanzielle Nachweise gebunden sein.

Planen Sie einen Check nach Geburt, Immobilienkauf, Trennung, Gehaltsänderung oder deutlicher Tilgung. Ändern Sie das Bezugsrecht nicht nebenbei, sondern dokumentiert und mit Bestätigung des Versicherers.

Eine Beispielrechnung mit zwei Betreuungsphasen

Ein vereinfachtes, fiktives Beispiel zeigt die Methode. Angenommen, nach Wegfall eines Einkommens fehlen dem Haushalt fünf Jahre lang monatlich 1.200 Euro und anschließend weitere fünf Jahre monatlich 700 Euro. Ohne Rendite- und Inflationsannahme ergibt das 72.000 plus 42.000 Euro. Hinzu kommen in diesem Beispiel 12.000 Euro für den Übergang. Sind 20.000 Euro frei verfügbares Vermögen ausdrücklich dafür vorgesehen, verbleiben zunächst 106.000 Euro rechnerischer Bedarf. Eine gesonderte Darlehensablösung ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Diese Zahlen sind keine Empfehlung für eine Versicherungssumme. Die Rechnung zeigt, welche Annahmen Sie prüfen müssen: Fehlbetrag, Dauer, einmalige Kosten und verfügbare Mittel. Eine angenommene Rückkehr des Partners in Vollzeit sollte als eigene Variante gerechnet werden, wenn sie wegen der Betreuung unsicher ist.

Teilen Sie Ihren Bedarf entsprechend in Zeitabschnitte. In den ersten Jahren können Kinderbetreuung, Darlehen und laufender Haushalt gleichzeitig zu tragen sein. Später sinken einzelne Posten. Notieren Sie je Abschnitt den monatlichen Fehlbetrag und die Dauer. Ergänzen Sie einmalige Kosten getrennt.

Ziehen Sie nur Mittel ab, die Hinterbliebenen tatsächlich und zeitnah zur Verfügung stünden. Selbst genutztes Wohneigentum ist kein frei verfügbares Guthaben. Altersvorsorgevermögen kann gebunden sein. Auch das Einkommen des Partners sollte mit Steuern, eigener Vorsorge und möglicher Arbeitszeit für Betreuung realistisch betrachtet werden.

Berücksichtigen Sie, dass eine ausgezahlte Versicherungssumme verwaltet und über Jahre eingesetzt werden muss. Unterstellen Sie keine sichere hohe Rendite. Rechnen Sie mit mehreren vorsichtigen Annahmen und lassen Sie eine Reserve für unvorhergesehene Ausgaben. Das Ziel ist eine belastbare Größenordnung, nicht eine auf den Euro genaue Prognose.

Prüfen Sie bei einem Darlehen, ob nur die Restschuld oder auch laufende Lebenshaltung geschützt werden soll. Eine vollständige Tilgung kann die monatliche Belastung stark senken, bindet aber die gesamte Summe. Eine teilweise Tilgung plus verfügbare Reserve kann anders wirken. Stimmen Sie die Variante mit Kreditbedingungen und den Bedürfnissen der Hinterbliebenen ab.

Berücksichtigen Sie vorhandene Absicherung richtig

Listen Sie bestehende Risikolebensversicherungen, betriebliche Hinterbliebenenleistungen, gesetzliche Ansprüche und frei verfügbares Vermögen getrennt auf. Markieren Sie, ob Leistungen garantiert, befristet oder von Voraussetzungen abhängig sind. Rechnen Sie eine erwartete Erbschaft oder unsichere Verkaufserlöse nicht wie vorhandenes Geld.

Bei mehreren Verträgen addieren Sie Versicherungssummen und gleichen Laufzeiten sowie Bezugsrechte ab. Ein alter Vertrag kann nur einen früheren Kredit oder einen anderen Empfänger abbilden. Prüfen Sie außerdem, ob eine Abtretung an eine Bank besteht. Der Nennbetrag der Police steht dann nicht zwingend vollständig für den übrigen Familienbedarf zur Verfügung.

Dokumentieren Sie die verbleibende Lücke und runden Sie nachvollziehbar. Wenn die gewünschte Summe nicht bezahlbar oder nicht versicherbar ist, priorisieren Sie die existenziellsten Jahre. Halten Sie einen Termin für die erneute Prüfung fest, statt die nicht gedeckte Lücke zu vergessen.

Führen Sie für die gewählte Summe einen Belastungstest durch. Senken Sie das angenommene Partnereinkommen, erhöhen Sie die Dauer einer notwendigen Kinderbetreuung und unterstellen Sie keine Rendite auf das ausgezahlte Kapital. Wenn die Versorgung dann sofort zusammenbricht, ist die Rechnung zu knapp oder die Priorität muss anders gesetzt werden.

Prüfen Sie umgekehrt, ob einzelne Posten doppelt enthalten sind. Eine vollständige Darlehenstilgung senkt die späteren Wohnkosten; dieselbe Rate darf dann nicht noch jahrelang als laufender Bedarf addiert werden. Transparente Zeitabschnitte verhindern solche Doppelzählungen und machen die Summe gegenüber Versicherer und Familie erklärbar.

Prüfen Sie die Summe mit einer Gegenfrage

Kann der verbleibende Haushalt mit der Summe Schulden und die geplante Übergangszeit tragen? Ist unbezahlte Sorgearbeit berücksichtigt? Bleibt eine Reserve für unvorhergesehene Kosten? Sind sichere Leistungen nicht doppelt gerechnet? Diese Fragen sind hilfreicher als ein pauschales Vielfaches des Einkommens.

Lassen Sie Angebote mit derselben Summe und Laufzeit erstellen. Erst dann vergleichen Sie Beitrag und Bedingungen. Eine niedrigere Prämie wegen geringerer Leistung ist kein Preisvorteil.

Mit der kostenfreien und unverbindlichen Anfrage zur Risikolebensversicherung erreichen Sie passende Versicherungsanbieter oder Vermittler. Ihre Bedarfsrechnung bleibt die Grundlage für das folgende Gespräch.

Quellen und weiterführende Informationen

Von der Orientierung
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