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ERP-Einführung: Wie Ihr Team vor dem Start arbeitsfähig wird

In der Vorführung wirkt der Auftrag schnell erledigt. Am ersten echten Arbeitstag fehlen Ihrem Team vielleicht Rechte, Übung oder eine erreichbare Ansprechperson. Gute Schulungsplanung beginnt deshalb bei den Tätigkeiten, die Menschen später selbstständig ausführen müssen.

KI-generiertes Symbolbild: Abstrakte geometrische Module, die durch türkisfarbene Wege miteinander verbunden sind.
KI-generiertes Symbolbild

Eine Anwesenheitsliste sagt wenig über den ersten Auftrag

Ein zweistündiger Schulungstermin lässt sich leicht im Projektplan abhaken. Danach wissen Sie, wer teilgenommen hat. Noch nicht beantwortet ist, ob eine Mitarbeiterin einen Auftrag richtig bearbeitet, ein Lagerkollege die passende Rückmeldung findet und die Vertretung einen fehlerhaften Vorgang sinnvoll klären kann. Für den Betriebsstart ist diese Fähigkeit entscheidend.

Fragen Sie deshalb zuerst, welche Arbeit jede beteiligte Rolle nach der Umstellung bewältigen soll. Eine Person braucht vielleicht nur bestimmte Rückmeldungen, eine andere legt Stammdaten an und eine dritte kontrolliert Freigaben. Diese Aufgaben verlangen unterschiedliche Lernziele. Ein allgemeiner Rundgang durch alle Menüs kann interessant sein, lässt die eigenen Handgriffe aber oft offen.

Der Microsoft-Leitfaden zur Trainingsstrategie beschreibt das Ziel, dass Nutzer ihre Aufgaben im System sicher ausführen können. Er bezieht sich auf Dynamics 365. Das übertragbare Planungsprinzip ist auch für andere ERP-Projekte hilfreich: Bewerten Sie Schulung anhand der vorgesehenen Arbeit, nicht allein anhand angebotener Stunden.

Für die Suche nach einer passenden ERP-Lösung können Sie eine kostenfreie und unverbindliche ERP-Anfrage stellen. Im anschließenden Gespräch gehören Schulungsbedarf und Startbegleitung neben Funktionen und Einführung in den Projektumfang. Das Anfrageformular organisiert noch keine Weiterbildung für Ihr Team.

Ordnen Sie Lernziele den tatsächlichen Rollen zu

Nehmen Sie die bereits geklärten Arbeitsabläufe als Ausgangspunkt. Welche Schritte ändern sich mit dem neuen ERP, und welche Informationen müssen dabei an andere Personen weitergegeben werden? Beschreiben Sie für jede Rolle einige wenige Aufgaben mit erkennbaren Ergebnissen. „Auftragsbearbeitung kennen“ ist weniger überprüfbar als „einen freigegebenen Auftrag ändern und die betroffene Lieferung nachvollziehen können“.

Beteiligen Sie die Menschen, die diese Arbeit täglich ausführen. Sie kennen gewöhnliche Fälle und wichtige Abweichungen. Vielleicht kommen Artikel in mehreren Einheiten an, ein Auftrag wird teilweise geliefert oder eine Freigabe muss zurückgenommen werden. Solche Situationen helfen, realistische Lernfälle auszuwählen. Es geht nicht darum, jede denkbare Ausnahme in die erste Schulung zu packen.

Berücksichtigen Sie Vertretungen ausdrücklich. Wenn nur die bisherige Hauptperson geschult wird, kann ein Urlaub direkt nach dem Start zur organisatorischen Lücke werden. Legen Sie fest, wer welche Aufgabe ersatzweise übernehmen soll und welche zusätzliche Einweisung dafür nötig ist. Eine allgemeine Schulungsteilnahme für das gesamte Team ersetzt diese konkrete Zuordnung nicht.

Besprechen Sie auch unterschiedliche Vorkenntnisse. Manche Beschäftigte arbeiten lange mit dem bisherigen System, andere haben wenig Routine mit digitaler Verwaltung. Passen Sie Umfang, Tempo und Unterstützung an den tatsächlichen Bedarf an. Das Lernziel bleibt die erforderliche Arbeit; es sollte nicht stillschweigend an das Vorwissen der schnellsten Person angepasst werden.

Lassen Sie Ihr Team mit passenden Rechten üben

Eine Vorführung mit einem besonders weitreichenden Administratorkonto kann problemlos funktionieren. Im Alltag verwenden Beschäftigte andere Rollen und Berechtigungen. Wenn eine notwendige Funktion dort fehlt, hilft die Erinnerung an den angeklickten Menüpunkt wenig. Die Schulungsumgebung sollte deshalb den vorgesehenen Ablauf und die passenden Nutzerrechte abbilden.

Microsoft erläutert bei Schulungsplan und Durchführung, warum realistische Übungen und passende Rollen wichtig sind. Klären Sie mit dem Anbieter, wie Ihr Team übt, ohne dabei den produktiven Betrieb oder echte Daten unbeabsichtigt zu verändern. Eine eigene geeignete Übungsumgebung kann dafür sinnvoll sein; ihre Einrichtung ist eine konkrete Projektleistung.

Verwenden Sie repräsentative künstliche oder geeignet geschützte Daten. Ein gut erkennbarer Übungskunde und ein nachvollziehbarer Musterauftrag reichen oft besser als eine unkontrollierte Kopie sensibler Kundeninformationen. Lassen Sie Datenbasis, Zugänge und Rücksetzen der Übungen von den zuständigen Personen vorbereiten. Ein Schulungsauftrag erteilt nicht automatisch die Freigabe, sämtliche Unternehmensdaten zu verteilen.

Fragen Sie vor dem ersten Termin, ob alle Teilnehmer auf die Umgebung zugreifen können. Funktionieren Anmeldung und die vorgesehenen Geräte? Ist das gezeigte System der Stand, der später eingesetzt werden soll? Ein erheblicher Teil eines knappen Schulungstermins sollte nicht erst mit ungeklärten Zugangsschritten verloren gehen.

Üben Sie einen zusammenhängenden Fall statt einzelner Klicks

Ein brauchbarer Lernfall hat einen Anlass und ein Ergebnis. In einem Handelsbetrieb könnte er beim Eingang eines Kundenauftrags beginnen, über eine Verfügbarkeitsprüfung führen und mit einer nachvollziehbaren Übergabe an das Lager enden. Jede Rolle bearbeitet ihren Teil. Danach sieht das Team, ob Informationen richtig weiterlaufen und wo eine Rückfrage entstehen muss.

Lassen Sie den Fall möglichst selbst bearbeiten. Die Trainerin erklärt, begleitet und beantwortet Fragen. Wenn sie jedoch jeden Klick übernimmt, bleibt offen, was die Teilnehmer bereits selbst können. Vereinbaren Sie deshalb praktische Übungen mit einer verständlichen Rückmeldung. Dabei soll kein Leistungsdruck ohne Hilfe entstehen, sondern ein brauchbarer Stand für die nächste Lernaufgabe.

Ergänzen Sie eine wichtige Abweichung. Was passiert bei einer Teillieferung oder einer nachträglichen Änderung? Wo sieht die zuständige Person, dass sie handeln muss? Ein seltenes Spezialproblem darf zunächst offen bleiben, wenn dafür ein geeigneter Hilfeweg vereinbart ist. Häufige Abweichungen gehören dagegen in die Vorbereitung, damit der Start nicht nur mit dem idealen Musterfall gelingt.

Bewerten Sie das Ergebnis gemeinsam. Ist der Vorgang am vorgesehenen Punkt angekommen, sind die nötigen Informationen sichtbar und kann die nächste Person weiterarbeiten? Fachliche Verantwortung bleibt beim Unternehmen. Der Anbieter kann das System erklären; ob ein Ergebnis zu Ihrer Arbeit passt, sollten die zuständigen Fachbereiche mitbeurteilen.

Wählen Sie das Lernformat nach der Aufgabe

Nicht jede Schulung braucht denselben Rahmen. Für einen neuen gemeinsamen Ablauf kann ein begleiteter Termin mit mehreren Rollen sinnvoll sein. Ein wiederkehrender kurzer Handgriff lässt sich eventuell zusätzlich mit einer kompakten Anleitung wiederholen. Materialien zum Selbstlernen sind hilfreich, wenn sie auffindbar sind und sich auf den tatsächlich eingesetzten Stand beziehen.

Der Microsoft-Leitfaden zur Durchführung unterscheidet unter anderem angeleitete und selbstständige Lernmöglichkeiten. Lassen Sie sich erklären, warum die angebotene Kombination zu Ihren Aufgaben passt. Eine umfangreiche Videobibliothek kann ergänzen, ist aber kein automatischer Ersatz für das Üben Ihrer konkreten Abläufe.

Planen Sie Zeit zum Wiederholen ein. Wenn der Alltag jede freie Minute belegt, bleiben Übungszugänge womöglich ungenutzt. Vereinbaren Sie mit den Verantwortlichen, wann Beschäftigte lernen können und welche Arbeit dafür gegebenenfalls anders organisiert wird. Die Schulungsplanung benötigt diese betriebliche Entscheidung ebenso wie einen Kalender des Anbieters.

Bitten Sie um Unterlagen, mit denen Ihr Team tatsächlich weiterarbeiten kann. Eine kurze Anleitung sollte Aufgabe, Ausgangspunkt und Ergebnis erkennen lassen. Bei größeren Änderungen muss klar sein, wer sie aktualisiert. Ein schöner Screenshot eines alten Menüs führt bei einem geänderten Ablauf sonst eher zu Rückfragen als zu Entlastung.

Nutzen Sie interne Ansprechpersonen mit einem klaren Auftrag

Eine oder mehrere besonders vertraute Personen können Fragen im Team sammeln und bei üblichen Abläufen unterstützen. Oft werden sie als Key User bezeichnet. Der Titel allein legt jedoch keine Zuständigkeit fest. Vereinbaren Sie, welche Aufgaben diese Personen übernehmen, welche Rechte sie benötigen und wann sie den Anbieter einbeziehen.

Interne Unterstützung braucht Zeit. Wenn die Person ihren bisherigen Arbeitsumfang unverändert erfüllen und zusätzlich alle Schulungsfragen beantworten soll, entsteht leicht eine neue Engstelle. Legen Sie fest, wie viel Unterstützung während des Starts tatsächlich verfügbar ist und wer bei eigener Abwesenheit einspringt. Eine Projektrolle sollte sich im Einsatzplan wiederfinden.

Trennen Sie das Erklären eines bekannten Ablaufs von technischen oder fachlichen Änderungen. Ein interner Ansprechpartner kann helfen, den richtigen Vorgang zu finden. Er sollte nicht aus dem Druck einer Rückfrage heraus ungeprüft Berechtigungen erweitern oder Regeln des Unternehmens ändern. Für solche Entscheidungen brauchen Sie den vorgesehenen Freigabeweg.

Sammeln Sie wiederkehrende Fragen geordnet. Wenn mehrere Personen an derselben Stelle hängen bleiben, kann eine fehlende Anleitung, ein ungeeigneter Lernfall oder eine Systemeinstellung die Ursache sein. Aus einer beobachtbaren Schwierigkeit lässt sich eine gezielte Verbesserung ableiten. Die pauschale Aussage „das Team braucht mehr Schulung“ erklärt dagegen noch nicht, welche Maßnahme helfen wird.

Prüfen Sie die Arbeitsfähigkeit vor dem Start gemeinsam

Vor der Umstellung sollten die entscheidenden Rollen ihre wichtigsten Aufgaben in der vorbereiteten Umgebung durchspielen. Vereinbaren Sie vorher, welche Ergebnisse dafür nötig sind und wer die offenen Punkte bewertet. Eine unterschriebene Anwesenheitsliste ersetzt diese fachliche Rückmeldung nicht. Umgekehrt bedeutet eine einzelne Frage nicht automatisch, dass das gesamte Team noch nicht starten kann.

Unterscheiden Sie die Ursachen offener Punkte. Fehlt Übung, kann ein zusätzlicher Lerntermin helfen. Fehlt eine Berechtigung, braucht es die zuständige technische Klärung. Ist der Ablauf fachlich unentschieden, müssen die Verantwortlichen entscheiden. Diese Fälle verlangen unterschiedliche Handlungen und sollten nicht alle als persönliches Lernproblem der Beschäftigten behandelt werden.

Ein Beispiel: Die Auftragserfassung gelingt in der Schulung, aber die vorgesehene Vertretung kann eine Änderung nicht freigeben. Das Team prüft, ob die Vertretungsrolle diese Aufgabe übernehmen soll und ob die Rechte dazu passen. Erst danach wird der Fall erneut geübt. Ein weiteres allgemeines Video zur Auftragserfassung würde die offene Rollenentscheidung nicht lösen.

Lassen Sie die Bewertung des Starts mit anderen Projektaufgaben zusammenführen. Datenübernahme, Schnittstellen und technische Tests gehören zu eigenen Prüfungen. Gute Nutzerschulung bestätigt deren vollständige Erledigung nicht. Für die Startentscheidung brauchen die zuständigen Personen einen nachvollziehbaren Gesamtstand und einen konkreten Umgang mit noch offenen Punkten.

Vereinbaren Sie Hilfe für die ersten echten Betriebstage

Im laufenden Betrieb entstehen Fragen, die in der Übung nicht aufgetaucht sind. Planen Sie deshalb eine erreichbare Startbegleitung. Wer nimmt eine Meldung an, wann ist Hilfe verfügbar und wie werden dringende Fälle eingeordnet? Ein allgemeines „Support inklusive“ lässt diese wichtigen Bedingungen offen.

Bitten Sie den Anbieter, den vorgesehenen Umfang zu beschreiben. Geht es um Bedienfragen, Fehleranalyse, Einstellungen oder zusätzliche Schulung? Welche Leistungen sind enthalten und welche werden gesondert beauftragt? Entscheidend ist Ihr konkreter Vertrag. Aus einer erfolgreichen Vorführung folgt weder eine beliebige Reaktionszeit noch eine jederzeitige persönliche Betreuung.

Erklären Sie dem Team den Kontaktweg. Eine Meldung wird brauchbarer, wenn sie Aufgabe, Zeitpunkt und beobachtetes Ergebnis sachlich beschreibt. Welche Angaben sicher weitergegeben werden dürfen, legen Sie mit den zuständigen Stellen fest. Sensible Unternehmensdaten gehören nicht ungeprüft in jede Nachricht oder in öffentlich geteilte Bildschirmaufnahmen.

Nach den ersten Tagen können Sie die Fragen auswerten und gezielt nachschulen. Vielleicht fehlt nur eine verständliche Anleitung für einen häufigen Sonderfall. Vielleicht benötigt eine Vertretung eine weitere Übung. Aktualisieren Sie auch die Unterlagen, wenn sich Abläufe ändern. So bleibt Lernen eine konkrete Unterstützung der Arbeit und kein einmalig abgehakter Termin.

Nehmen Sie Schulung und Startbegleitung in den Auftrag auf

Für das Angebot sollten Rollen, wichtigste Lernfälle, geplante Teilnehmergruppen, Übungsumgebung und Unterstützung nach dem Start verständlich benannt sein. Klären Sie die Vorleistungen Ihres Teams ebenso wie die Leistungen des Anbieters. Eine feste Stundenmenge kann sinnvoll kalkuliert sein; ihren Nutzen beurteilen Sie anhand dieser konkreten Aufgaben.

Für den nächsten Austausch reichen eine Rollenübersicht und einige typische Vorgänge, die Ihr Team selbstständig bewältigen muss. Über die ERP-Anfrageseite können Sie Ihre Suche kostenfrei und unverbindlich beginnen. Besprechen Sie anschließend mit dem Anbieter, wie Schulung und Startbegleitung zur vorgesehenen Einführung passen und woran Sie die Arbeitsfähigkeit Ihres Teams erkennen werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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